Diagnostik / Risiko-Patienten

Basisdiagnostik
Definitionen von Hochrisiko-Patienten:
         50-60-jährige Frau; 60-70-jähriger Mann
         60-70-jährige Frau; 70-80-jähriger Mann
         Frau älter als 70 Jahre und Mann älter als 80 Jahre
Wann medikamentös behandeln?
Sekundäre Osteoporosen
         Erkrankungen, die zu Osteoporose führen können

 


 

Empfehlungen für eine Basisdiagnostik bei Hochrisiko-Patienten

Die empfohlene Basisdiagnostik besteht aus:

Definitionen von Hochrisiko-Patienten
Im Folgenden sind für Frauen und Männer für verschiedene Altersklassen klinische Risikoprofile aufgeführt, bei denen auf der Grundlage der derzeit vorliegenden epidemiologischen Daten ein geschätztes 10-Jahresfrakturrisiko von 20% und mehr anzunehmen ist, und bei deren Vorliegen deshalb eine Basisdiagnostik (als Kassenleistung) empfohlen wird.

 I) 50-60-jährige Frau; 60-70-jähriger Mann
Empfohlen wird eine Basisdiagnostik bei osteoporosetypischen Wirbelkörperfrakturen.

Angesichts der unterschiedlichen Ursachen besteht bei einer peripheren Fraktur (Arme / Beine) nach einem Bagatelltrauma keine generelle Indikation für eine Diagnostik. Je nach Gesamtkonstitution des Patienten kann eine Basisdiagnostik jedoch als Einzelfallentscheidung durchgeführt werden.

Dagegen ist die Wahrscheinlichkeit für ein hohes 10-Jahresfrakturrisiko in dieser Altersgruppe ohne Frakturen trotz Vorliegen eines oder mehrerer der unter II) genannten Risikofaktoren so gering, dass eine Diagnostik in der Regel nicht empfohlen wird.

II) 60-70-jährige Frau; 70-80-jähriger Mann
Empfohlen wird eine Basisdiagnostik bei osteoporosetypischen Wirbelkörperfrakturen. In dieser Altersgruppe ist das Frakturrisiko bei Vorliegen eines oder mehrerer der nachfolgenden Risikofaktoren so hoch, dass auch eine Abklärung empfohlen wird, wenn mindestens einer dieser Risikofaktoren vorliegt:

  1. periphere Fraktur nach Bagatelltrauma
  2. proximale Femurfraktur eines Elternteils
  3. Immobilität
  4. Nikotinkonsum
  5. multiple Stürze
  6. Untergewicht

III) Frau älter als 70 Jahre und Mann älter als 80 Jahre
In dieser Altersgruppe ist das Lebensalter als Risikofaktor so dominant, dass die 10-Jahres-Wahrscheinlichkeit für eine Fraktur auch ohne zusätzliche klinische Risikofaktoren hoch ist. In dieser Altersgruppe wird deshalb generell eine Basisdiagnostik empfohlen, sofern dies für die betreffende Person eine therapeutische Konsequenz hat.

Wann medikamentös behandeln?
Die Empfehlungen der Behandlungsleitlinien des wissenschaftlichen Dachverbandes Osteologie (DVO), wann eine medikamentöse Osteoporose-Therapie als Kassenleistung durchgeführt werden sollte, sind in folgender Tabelle zusammengefasst:

Sekundäre Osteoporosen
Es gibt zahlreiche Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für eine Osteoporose und/oder einem erhöhten Knochenbruchrisiko verbunden sind. Aus Ausmaß der Risiken ist sehr unterschiedlich und reicht von einer leichten Risikoerhöhung bis zu einem sehr starken Risiko für Frakturen.

Wichtiger Hinweis: Sekundäre Osteoporosen können jede Altersgruppe betreffen!
Die Entscheidung zur Diagnostik wird vom Arzt individuell getroffen.

Besonders risikoträchtige Erkrankungen:

Die Beurteilung des Fragilitätsrisikos bei diesen Erkrankungen, die Diagnostik und die Therapie bieten zahlreiche Besonderheiten. Für diese Erkrankungen ist die in der DVO-Leitlinie empfohlene Basisdiagnostik deshalb nicht evaluiert und in vielen Fällen auch nicht geeignet oder sogar falsch. Es gelten die spezifischen Empfehlungen der jeweiligen Fachgesellschaften und osteologischen Experten zu diesen sekundären Osteopathien.